Archiv der Kategorie 'Antifaschismus'

Nachtrag: gemeinsamer Aufruf zu Kundgebung in Zossen am 27.01.09

„In der Nacht des 22. zum 23. Januar ist das „Haus der Demokratie“ in Zossen, durch zurzeit unbekannte Ursachen, niedergebrannt.

Vieles deutet auf einen Brandanschlag von lokalen Neonazis aus dem Umfeld der Kameradschaft „Freien Kräfte Teltow-Fläming“ hin. Sollte sich dies bewahrheiten, stellt dieser Anschlag bei dem die gerade öffentlich gezeigte Ausstellung „Jüdisches Leben in Zossen“ verbrannt ist, einen der schlimmsten antisemitischen Anschläge im Land Brandenburg seit dem Brandanschlag auf die „Jüdische Baracke“ in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen im Jahr 1992 dar.

Die Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“, als Begründerin des Hauses, engagiert sich seit einiger Zeit in einem breiten Bündnis gegen faschistische Strukturen in Teltow-Fläming und versucht durch selbstorganisierte Projekte eine kritische Zivilgesellschaft zu fördern.

Am kommenden Mittwoch, den 27. Januar, wird eine große Gedenkveranstaltung in der Zossener Innenstadt stattfinden. Anlass ist der „Internationale Holocaustgedenktag“. Karl Stenzel, 94 Jahre alt, Mitglied der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – VVN-BdA“, ehemaliger Häftling des Konzentrationslagers Sachsenhausens, wird in diesem Zusammenhang über sein Leben im Widerstand gegen den nationalsozialistischen Terror berichten. Wegen des Brandes wird er nun im Saal der Kirchengemeinde Zossen am Kirchplatz 4 sprechen. Auch wenn Neonazis in Zossen nicht davor zurück schrecken, Angst und Terror zu verbreiten, sind die Zossener AntifaschistInnen nicht bereit, Ihnen das Feld zu überlassen.

In diesem Zusammenhang bezeichnend für die politische Lage in Zossen ist auch ein Kommentar der Zossener Bürgermeisterin, Michaela Schreiber. Diese verharmloste die Gefahr durch Nazis in ihrer Stadt und verwies auf eine Mitschuld der Bürgerinitiative, welche „zu links“ bzw. kritisch wäre und dadurch den Zorn der Nazis natürlicherweise anziehen würde. Das die Bürgermeisterin mit solchen Aussagen politische Anknüpfungspunkte für Nazis herstellt, nimmt diese unkritisch in Kauf. Das faschistische Problem in Zossen wird somit von ihr verneint und auf einen Zustand reduziert, welcher nur hervortrete, wenn Nazis provoziert werden würden. Das dieser Ansatz nicht nur falsch ist, sondern die schlechten „Zossener Zustände“ noch verhärtet, anstatt diese progressiv zu lösen, stellt ein großes Problem für weiteres antifaschistisches Vorgehen dar.

„Dies stellt ein Schlag ins Gesicht für die Menschen dar, die sich offen den Nazis entgegenstellen und für eine demokratische politische Kultur in Zossen streiten. Die Bürgermeisterin verkennt ganz offensichtlich die politischen Bedeutung dieses antisemitischen Anschlages“, so Hannes Püschel, Mitglied des Landesvorstandes der VVN-BdA Brandenburg.

Um diesen fatalen politischen Tendenzen in Zossen effektiv entgegenzuwirken, rufen wir Gruppen und Einzelpersonen dazu auf, sich an der Gedenkkundgebung in Zossen zu beteiligen und ihre Solidarität mit den Betroffenen von rechter und antisemitischer Gewalt zu zeigen.

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“. (Schwur von Buchenwald)

Antifaschistische Gedenkkundgebung: Marktplatz Zossen / 17 Uhr
Zeitzeugengespräch: Kirchplatz 4, Saal der Kirchengemeinde / 19 Uhr

Diesen Aufruf unterstützen:

VVN-BdA e.V. – Land Brandenburg
VVN-BdA Potsdam-Mittelmark-Fläming
Autonome Antifa Teltow-Fläming [aatf]
Linksjugend Solid` TF
Soziale Unruhe Blankenfelde [SUB]
Linker Fläming United [LFU] “

erstmalig veröffentlicht by diverse Gruppen 25.01.2010

Antifaschistisches Gedenken an die Opfer des Holocausts in Zossen – Nazis blamierten sich – Polizei verhielt sich skandalös

Am Abend des 27. Januar 2010 wurde auf dem Zossener Marktplatz anläßlich des 65. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz trotz eisiger Kälte eine gut besuchte antifaschistische Gedenkkundgebung mit etwa 150 Teilnehmer_innen durchgeführt. Im Anschluss fand in einer nahen Lokalität noch ein Vortrag eines Holocaust-Überlebenden statt, dem viele Personen interessiert beiwohnten. Der ursprüngliche Vortragsort wurde wenige Tage zuvor Opfer eines rechtsextrem motivierten Brandanschlages eines durch seine „Kameraden“ aufgestachelten 16jährigen Faschos.
Unter den Teilnehmer_innen der Gedenkkundgebung befanden sich neben bürgerlich-antifaschistischen Initiativen wie „Zossen zeigt Gesicht“ auch circa 40 autonome Antifas und linksradikale Jugendliche die durch Sprechchöre, Fahnen und Transparente zur Vielfalt des Gedenkens beitrugen und eigene, kämpferische Akzente setzten. Getrübt wurde die Veranstaltung durch die Präsenz von rund 15 Neonazis, die von der Polizei sehr nah an den Kundgebungsort heran gelassen wurden, während der Verlesung der Namen von Holocaustopfern aus Zossen und Umgebung wiederholt „Lüge, Lüge, Lüge!“ „Alles Lüge!“ skandierten und sich auch sonst tatkräftig bemühten, die Kundgebung durch Rufen von beschränkten faschistischen Parolen, pfeifen mit Trillerpfeifen (erst wollte mensch wohlwollend verdi oder die IG metal vermuten) und allgemein schlechtem Benehmen zu stören. Zu Fünfzehnt von mehreren dutzend Bullen geschützt und flankiert von Coca-Cola-Werbung wirkten die Drohungen („Wir kriegen euch Alle!“) der verblendeten Kids jedoch eher lächerlich als bedrohlich.

Die Polizei intervenierte zu keinem Zeitpunkt, obwohl mehrfach der Hitlergruß gezeigt, der Holocaust geleugnet und somit Volksverhetzung begangen wurde. Die Neonazis brauchten im Gegensatz zu den antifaschistischen Initiativen nicht einmal eine eigene Kundgebung anmelden, sondern konnten ohne Beeinträchtigung und unter massivem Polizeischutz die Kundgebung auf dem Marktplatz über mehrere Stunden belästigen. Auf der anderen Seite wurden linke Jugendliche die am Rande friedlich protestierten mit Platzverweisen und Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz bedeckt! Dieses einseitige Vorgehen der Polizei halten wir für einen Skandal, und politisch gesehen für ein völlig falsches Signal. Der Pressebericht der Polizei suggeriert während dessen das die Nazis (die trotz Parolen wie „Nationalsozialismus – Jetzt!“ nicht als solche benannt werden) Bestandteil der Kundgebung gewesen seien, und ihre nur etwas vom Konsens abweichende „Meinung“ zum Besten gegeben hätten (Zitat: „Etwa 130 Teilnehmer nahmen an den Veranstaltungen teil. Unter ihnen befanden sich etwa 30 Personen, die versuchten, ihrer Meinung abseits der Demonstranten mit Sprechchören und Trillerpfeifen Nachdruck zu verleihen“) . Hiermit lügt die Polizei sich ganz offensichtlich ihre Einsatzlegitimation zusammen, verharmlost und verteidigt die geistigen Nachfahren der Täter und Mörder von damals auf eine unerträgliche Weise! Außerdem ist nicht nachvollziehbar warum die durch Fotos einwandfrei belegbare Zahl von 15 Neonazis auf das doppelte hochgespielt wurde. Sind die eigenen Kollegen, die tapfer den braunen Mob beschützten, den zossener Beamten doch nicht ganz koscher? ;-)

Den Opfern des deutschen Faschismus konnte jedenfalls nicht in angemessener Weise gedacht werden, die Nazis präsentierten sich mal wieder als Gefangene ihrer Dummheit, der antifaschistische Widerstand wurde ein weiteres Mal staatlich kriminalisiert.

Schande über die Polizei
Den Nazis die ewige Feindschaft
Heute ist nicht aller Tage – wir kommen wieder – keine Frage!
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. (Schwur von Buchenwald)

Soziale Unruhe Blankenfelde (S.U.B.), 29.01.2010

Hässlicher Hess-Mob in Ludwigsfelde (TF) verhindert!

17.08.1987 – Ein aus der Kapitalistenklasse stammender Kriegsverbrecher, Schreibtischtäter, wahnhafter Esoterikanhänger, Hitler-Fetischist, völkisch-rassischer Imperialist und Bruchpilot stirbt im stolzen und unverdienten Alter von 93(!) Jahren….

17.08.2009 – Die „neuen, hippen & modernen Autonomen Nazionalisten“ wollen BRD-weit Rudi-Flashmobs im Gedenken an diesen herrlichen Mann durchführen, der ein leuchtendes Vorbild für die deutsche Jugend sei….

Die neuen deutschen Nazis die keine Gelegenheit auslassen um sich als soziale Bewegung zu präsentieren zeigen damit ein weiteres Mal ihr wahres, asoziales Gesicht. Einem solchen Un-Menschen wie Hess zu gedenken geht auch nicht ansatzweise in die Richtung einer sozialen Verbesserung der Lebensumstände in der BRD und soviel Energie in diese Thematik zu stecken beweist eine immense ideologische Enthüllung der wahren Ideale der “Nationalen Sozialisten“ und ihrer rückwärtsgewandten und menschenverachtenden Weltanschauung.

Eine derart peinliche faschistische Selbstinszenierung sollte auch in der südlich Berlins gelegenen Stadt Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming) stattfinden. Das konnte, durch eine von der linken Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ angemeldeten Kundgebung mit Unterstützung einiger autonomer Aktivisten der SUB, verhindert werden. Circa 30 Bürger und ein knappes dutzend linker Aktivisten aus Blankenfelde-Mahlow blockierten so den Kundgebungsort der NeoNazis die nur spärlich erschienen und in sicherem Abstand verweilten (nicht ohne natürlich wenigstens eine Anzeige wegen Quarzsandhandschuhen zu kassieren). Nach der verrichteten Arbeit verabschiedeten sich die SUB-Aktivisten mit einem fröhlichen „Ludwigsfelde wir waren da – Autonome Antifa!“ und gingen heim um den Abend mit einem verdienten Bierchen ausklingen zu lassen – ohne Rassisten und Autoritäten-Lover.

Soziale Unruhe Blankenfelde (S.U.B.), 18.08.2009




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